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20 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Worship him“ erscheint Ende April das neueste Werk der Metaller Samael aus Sion. Getauft haben sie das Teil „Lux mundi“, was soviel bedeutet wie „das Licht der Welt“. Wir trafen Vorphalack (Vorph) und Xytraguptor (Xy) in Zürich um ein paar Fragen zu stellen. Aber nicht woher die kuriosen Namen kommen, denn das ist zu lange her…
Metalswitzerland (MS): 20 Jahre sind vergangen seit eurem Debüt und eure Musik hat sich meiner Meinung nach in eine positive Richtung entwickelt. Zudem habt ihr euren Bekanntheitsgrad in den letzten Jahren endlich auch in der Schweiz erhöhen können. Habt ihr gezielt darauf hin gearbeitet? Samael (VX): Es war sicher ein Ziel von uns, aber ich denke auch, dass die Zusammenarbeit mit Musikvertrieb ihren Teil dazu beigetragen hat. Es ist natürlich schön, dass wir jetzt auch in der Heimat vermehrt wahrgenommen werden. Die Schweiz ist klein und die Auftrittsmöglichkeiten für eine Band wie wir es sind halten sich in Grenzen. Trotzdem versuchen wir mehr Live aufzutreten um den Namen Samael noch mehr zu verankern. MS: Das Thema Live spielen war mal ein Problem mit einem Label. Ihr wolltet mehr auftreten als es möglich war und habt euch mit dem Label damals verkracht… VX: Ja, wir haben damals einen 10-Jahres-Vertrag unterschrieben und dachten, dass das perfekt war. Wir mussten uns lange keine Gedanken mehr machen, ausser CD’s aufzunehmen und auf Tour zu gehen.
 MS: Ihr habt einen 10-Jahres-Vertrag unterschrieben? Was habt ihr euch denn dabei gedacht? VX: Tja, wir kommen aus dem Wallis…(lacht)…nein, ich denke es war Unerfahrenheit und wir hatten niemand der uns richtig beraten konnte. Aber man darf das nicht alles als schlecht abstempeln, es war für uns eine Lehre und wir haben sicher viel profitiert während dieser Zeit. MS: Ich habe gehört, dass ihr drei Jahre an „Lux mundi“ gearbeitet habt. Das Album „Above“ erschien aber erst vor zwei Jahren. Heisst das, dass ihr bereits vor der Veröffentlichung von „Above“ an einem weiteren Album gearbeitet habt? VX: So ist es. „Above“ war mehr etwas wie ein Seitenprojekt, es ist auch mehr „straight through Metal“. Wir haben im Frühling 2008 mit den Arbeiten zu „Lux mundi“ begonnen. Und wir haben sogar noch Material davon, das wir nicht aufgenommen haben. MS: Auf was habt ihr euch beim neuen Album speziell konzentriert? VX: Das Ziel war im Grunde genommen wieder eine erste CD aufzunehmen mit der Erfahrung die wir heute haben. Wir hatten genug Zeit, waren nicht unter Druck und haben uns diese Zeit auch genommen. Das Teil haben wir dann auch in zwei Sessions gemixt und haben noch etwas Kosmetik am Sound gemacht. MS: Gleichzeitig habt ihr die Drum-Machine wieder eingesetzt und auch das Keyboard. Euer Sound ist unterlegt mit Klängen wie eine Symphonie. Wie hat das angefangen? War das, als ihr die besagte Drum-Machine erstmals einsetzten oder als das Keyboard kam? VX: Die Drum-Machine war sicher ein wichtiger Wendepunkt. Es ist nicht normal den Sound den wir spielen so vorzutragen. Aber wir machen es so, wie wir es für gut befinden. Es passt gut zu unserer Musik. Wie auch die symphonischen Klänge. Wie du soeben erwähnt hast – auch Deep Purple hat das gemacht. Wir versuchen eine eigene Klangwelt zu kreieren. Wir experimentieren gerne und fokussieren uns immer mehr darauf. MS: Euren Sound auf der neuen CD würde ich als eine Mischung aus harten symphonischen Hymnen mit Melodie mit einem tragenden Gesang beschreiben. Wie würdet ihr es umschreiben? VX: Nun, deine Beschreibung trifft es gut. Trotzdem würde ich sagen, es ist Metal, denn von dort her kommen wir. MS: Wie sieht wohl ein Konzert aus mit den neuen Songs? Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr als Band auf der Bühne steht und wie eine echte Performance macht und das Publikum steht nur da und staunt. Möglicherweise ein paar Mähnen die schütteln, aber so echte Mitgröhlsongs sind nicht vorhanden. Einfach gute Musik zum Geniessen. Was denkt ihr? VX: (Leichtes zögern) Es gibt Musik, die eher zum Geniessen und Zuschauen ist, aber ich denke nicht, dass uns das passieren wird. Und wenn, dann ist es so. Solange die Leute am Konzert bleiben und sich zumindest etwas bewegen genügt es. Das würde schon heissen, dass ihnen die Musik gefällt. Wichtig dabei ist, dass der Sound fett rüberkommt, man muss es in der Magengegend fühlen. Es muss Volumen haben. Es gibt immer Leute, die einfach da stehen und es so geniessen, andere flippen aus. Das ist auch gut so. Auch ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich bei Deep Purple mehr einfach genossen habe ohne richtig mitzugehen. MS: Die Zeiten haben sich geändert und das Internet spuckt viel aus… VX: Ja, das ist auch gut so. Nach einem Gig gehst du am nächsten Tag auf You Tube und es ist meistens eine Aufnahme zu finden vom Gig am Vorabend. So können wir auch mal checken wie gut oder schlecht wir waren. Dementsprechend können wir auch an gewissen Sachen noch herumfeilen. Das ist doch gut. Aber es ist spannend wie sich die Sache entwickelt und wie sie sich noch entwickeln wird. Die Aufnahmetechnik wird günstiger, mit dem Internet kann man seine Musik besser verbreiten und natürlich ist dann auch noch die Sache mit den illegalen Sachen. Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass Vinyl ein echtes Revival feiert. Das ist doch echt toll. Was ich allerdings schade finde an dieser ganzen modernen Entwicklung, ist das Schallplatten-Laden-Sterben. Ich ging und gehe immer gerne in diese Shops. Da herrscht eine spezielle Atmosphäre, man tauscht sich aus, führt Gespräche etc. Ich fürchte mich vor dem Moment, wenn alles nur noch via Internet geht. Das wäre wirklich schade. Ein guter Plattenshop ist nicht ersetzbar. Da hat Vorph garantiert recht. Es wäre schade, wenn die klassischen Shops nicht mehr zu finden wären. Aber das war nicht der Grund dieses Gespräches. Samael plant die Arbeit an einem Video. Dies im vollen Bewusstsein, dass es wahrscheinlich nie im TV ausgestrahlt wird, aber man hat ja You Tube. Zudem ist eine Tour im September geplant. Bis dann geniesst die aktuelle CD „Lux mundi“, die am 29. April in den Regalen stehen wird. Keith www.samael.info |