Legenda Aurea

 

Diese Band hörte ich zum ersten Mal am letztjährigen Metal Inferno in Lenzburg und sie überzeugte vom ersten Ton an. Der Sound ist an Nightwish angelehnt und weist doch eine massive Portion Eigenständigkeit auf.

Ihr Debüt „Sedna“ nahmen sie in Eigenregie auf und haben davon gegen 3'000 Exemplare verkauft. Eine beachtliche Leistung der Schweizer Band die bereits in den Aufnahmen ihres zweiten Albums steckt. Wir trafen Bandmitgründer Renato Trinkler in Aarau. Auf das aktuelle Line-Up angesprochen antwortet er: „Es gab einen Wechsel. Mit Philipp Eichenberger haben wir einen neuen Mann an der Schiessbude. Ich sehe das als extrem guter Zufall an. Er spielte zuvor bei der Metal Core Band PX-Pain und wollte mal was anderes machen. Wir fragten ihn einfach mal an. Es stimmte von Anfang her“. Aber wie kam es zur Gründung der Band Legenda Aurea? „Martin und ich spielten in verschiedenen Bands und wollten einfach aus dem Keller raus. Damals, im Sommer 2005, spielten wir

„ Der Sound auf „Sedna“ war so geplant“

beide in verschiedenen Bands und beschlossen etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Ich fing an Songs zu schreiben und er suchte mögliche Mitglieder. Im Frühling 2006 standen schon einige Songs und auch die Band. Wir beworben uns mit einem Song für „Heavy Metal Nation III“ und sind – mit etwas Glück zwar – noch reingerutscht. Der Song erhielt gute Kritik und für uns allen war es klar, dass eine ganze CD her muss. Nach etwa neun Monaten Songwriting haben wir „Sedna“ in drei Monaten aufgenommen“. Auf „Sedna“ erinnert der Sound unweigerlich an Nightwish und ähnliche Bands. War das geplant? „Ja, es war so geplant ein Symphonie lastiges Album aufzunehmen. Die Reaktionen auf das Album hat uns jedoch auch etwas überrascht aber auch sehr gefreut.“ Letztes Jahr spielte Legenda Aurea am Lenzburger Metal Inferno. Dieser Auftritt kam zuletzt auch Dank der CD zustande. „Wir spielten den Gig zu unserer CD-Taufe und die Organisatoren des Metal Inferno waren vor Ort. Ihnen gefiel der Auftritt offenbar und sie sprachen uns nach dem Gig an. So kam es dazu“ weiss Renato zu berichten. Trotz des Erfolges und all die guten Reaktionen und grosse Anzahl verkaufter CD’s schien es dieses Jahr eher ruhig zu werden um die Truppe. Was war los? „Nichts Ausser-gewöhnliches. Es standen Prüfungen an, ich war in Irland für ein Sprachaufenthalt und natürlich die Vorbereitungen auf die neue CD“.

Zwischenzeitlich sind die Vorbereitung abgeschlossen und bei Veröffentlichung dieses Berichtes dürften auch die Studioarbeiten abgeschlossen sein. Was dürfen wir vom neuen Album erwarten und wo wird das Teil aufgenommen? „Die Drums werden Ende August in Zürich aufgenommen. Für den Rest gehen wir in die Fascination Street Studios nach Schweden in der Nähe von Stockholm. Wir haben dort genau zwei Wochen um alles in den Kasten zu bringen. Das wird eine harte Zeit. Wir werden sicher sehr konzentriert und seriös arbeiten. Die Zeit ist knapp und der

„Das neue Album wird progressiver und gitarrenlastiger ohne die Anlehnung ans Symphonische auszulassen“

Aufenthalt ist teuer. Vom Sound her geht es in Richtung Progressive. Es wird etwas gitarren-lastiger mit symphonischen Einflüssen. Wir haben uns generell aber im Vorfeld mehr Zeit gelassen für die neue CD. Sie wird technisch auch besser ausfallen und der Aufbau der Songs wird etwas heftiger“. Stichwort Songs. Wie entstehen diese? „Wir sind nicht eine Band, die im Übungsraum Songs kreieren. Die Ideen kommen normalerweise im Alltag wie zu Hause. So auch die Idee, dass das neue Album ein Konzeptalbum wird. Aus über 30 Songs und Ideen entsteht das neue Album von Legenda Aurea.

Bleibt die Frage nach Möglichkeit die zweite CD bei einem Label und Vertrieb unterzubringen. „Ja, das ist auch etwas gegangen. Die CD erscheint bei Twilight Zone Records und wird via Non Stop Music vertrieben. Wir haben dabei ein sehr gutes Gefühl“. Dies zurecht, hat doch der Vertrieb Non Stop Music ein guter Name in Sachen Promo für die Bands. In der Band Legenda Aurea sind viele lange Haare zu sehen. Der Normalbürger vermutet da normalerweise einen Haufen biertrinkender Rocker die sich irgendwie durch das Leben schlagen. Es ist aber bekannt, dass dieses Vorurteil meilenweit daneben ist. Bei Legenda Aurea „trinken wir vielleicht ein Bier vor dem Auftritt. Mehr liegt sowieso nicht drin. Wir machen einen seriösen Job. Wenn wir nach dem Gig noch Lust haben trinken wir sicher noch ein Bier. Aber vielfach ist es nach dem Abräumen so spät und alle sind derart müde, dass sowieso keine Zeit für eine Party bleibt“. Privat hören die Bandmit-glieder verschiedene Bands. Zusammen auf der Bühne würden sie mit vielen gerne mal stehen. Renato erwähnt die Namen Kamelot, Epica und Nightwish. Und wer weiss? Vielleicht wird ja mit der neuen CD auch ein Traum wahr. Aber dazu braucht es auch Unterstützung der Presse und Medien generell. Wie ist da die bisherige Erfahrung? „In gedruckter Form kommt eher weniger im Vergleich zum Internet. Nach Gigs ist meistens in der Lokalpresse etwas zu lesen. Aber primär erscheinen im Internet Berichte.“

Der noch unbetitelte Nachfolger von “Sedna” erscheint Anfangs 2009 und darauf darf man gespannt sein.

Text/Interview: Keith
Photos: Legenda Aurea/Metal Inferno