The Order

Die Schweizer Band The Order hat mit ihrer neuen CD international eingeschlagen

Nach dem Debüt «Son of armageddon» folgte vor Kurzem das zweite Album der Truppe The Order mit einem wahren Hammerschlag. «Metal casino» überzeugte nicht nur die Fans, sondern auch die internationale Fachpresse. Für Metalswitzerland Grund genug, ein Gespräch mit Gianni Pontillo zu führen.

Gitarrist Bruno Spring von Gurd wollte wieder mal den Sound spielen, mit dem er aufgewachsen ist, und plante somit die Gründung einer neuen Band. Gurd-Bassist Andrej Abplanalp zog gleich mit, und mit Mauro «Tschibu» Casciero fand man einen Drummer, den man aus den Zeiten mit Jerk, Baumann und Frozen Mind bereits bestens kannte. Es fehlte aber immer noch ein Sänger. Währenddem man emsig an Songmaterial arbeitete, lief gleichzeitig die Suche nach einem geeigneten Shouter. Gianni wurde im Internet auf die Suche aufmerksam und meldete sich. Bereits nach ein paar Treffen und gemeinsamen Rehearsals ging es ins Studio. Das ging sehr schnell. «Ja, es lief mir einfach sehr gut. Ich hatte die Melodien und schrieb die Texte dazu. Das hatte ich innerhalb weniger Tage im Kasten und es konnte ins Studio gehen», sagt Gianni dazu.

Auf dem neuen Album «Metal casino» fiel mir auf, dass viele Titel der Tracks identisch oder zumindest ähnlich sind wie schon Hits betitelt waren. Titel wie «Mama, I love rock’n’roll», «Satisfaction», «Bridges burning», «Let the good times roll» oder «In the heat of the lonely night» wecken zumindest von den Namen her Erinnerungen. Der Sound dahinter hat zwar nicht im Geringsten mit den ähnlich genannten Werken zu tun. Trotzdem kam die Frage auf , ob man da psychologisch einen Schachzug gelandet hat, um CD-Cover-Betrachter und solche, die das Tracklisting durchlesen, vielleicht durch ein Déjà-vu dazu verleiten könnte, die CD eher durchzuhören als andere Neuerscheinungen. «Nein, auf keinen Fall. Es sind alles sehr einfache Songtitel mit einfachen Melodien zum Mitsingen. Sachen wie «I love rock’n’roll» sagt weniger aus als «Mama, I love rock’n’roll». Hinter jedem Song steckt eine Story. Auch beim Song «Satisfaction» passte das Wort einfach sehr gut zum Song. Das ist also purer Zufall, dass man hier Parallelen ziehen könnte, die mir im Nachhinein übrigens auch aufgefallen sind.»

Nach zwei Alben mit sensationellen Rezensionen fragt man sich, ob das den Erwartungen entsprach. «Mit «Son of armageddon» rechneten wir mit guten Kritiken. Auf «Metal casino» spielen wir Songs auf der klassischen Metal-Schiene. Da haben wir nicht damit gerechnet, gleich soviel Lob zu erhalten. Wir waren nicht sehr sicher, wie das Album bei den Fans und der Fachpresse ankommen würde. Umso schöner ist es, derart positives Feedback zu erhalten. Es zeigt auch, dass die alte Schule des Metals vermutlich immer bleiben wird.» Durch diese guten Kritiken freut sich die Band sicher auch über vermehrt grösseres Interesse der Veranstalter… «Ja, das ist tatsächlich so. Es kommen viele Anfragen rein und das freut uns natürlich. Für die ganz grossen Festivals ist es aber vom Sound her sicherlich immer noch schwierig, aber ich denke, für das kommende Jahr sieht es ganz gut aus. Allerdings ist es für mich auch schwierig, da ich mit Pure Inc. - und das ist nun mal meine Hauptband - im Jahr um die 30 Konzerte spiele. Da muss ich für Gigs mit The Order etwas zurückstecken. Es ist für mich nicht immer einfach, manchmal wöchentlich von einer Band zur anderen umzusatteln, da die Musik doch komplett verschieden ist.»

Gianni singt gleichzeitig in zwei erfolgreichen Schweizer Bands - lässt sich das mit dem Job vereinbaren? «Ja, das kann ich einrichten. Ich habe einen flexiblen 80-%-Job. Mit Pure Inc. sind wir zwei bis drei Mal pro Woche im Übungsraum, mit The Order proben wir etwa gleich oft im Monat. Das lässt sich also gut einrichten.»
Wie sieht Gianni The Order in drei Jahren? «Das ist schwierig. Die Zukunft kommt auch immer auf das Label an. Solange wir gute Songs schreiben und sie dabei sind, sehe ich spannende Jahre vor uns. Man muss einfach immer präsent sein. Mit dem Touren kann es aber nicht immer einfach werden, da wir alle auch Familien und einen Job haben. Von der Musik zu leben liegt nicht drin. Also gilt für uns weiterhin, gute Songs zu schreiben und - was das Wichtigste ist - auch immer den Spass an der Sache zu haben.»

Eine Review ihres Debüts wurde betitelt mit «Die neue Schweizer Hard-Rock-Hoffnung». Steht es in der Schweiz so schlecht um guten Hard Rock oder Heavy Metal? «Hard-Rock-Hoffnung? Nein, wir haben in der Schweiz viele gute Bands. Ich denke eher, dass das Wort «Hoffnung» vielleicht bei Schreiberlingen eingesetzt wird, um die Leser auf gute Acts aufmerksam zu machen. Vermutlich ist man sich dabei nicht bewusst, dass es Leute geben könnte, die zwischen den Zeilen lesen und auf solche Gedanken kommen. Für mich ist klar, dass es in der Schweiz sehr viele gute Bands gibt, die mehr Medienpräsenz verdient hätten.»

Das Abschlusswort gehört Gianni: «Es wäre schön, wenn sich mehr jüngere Leute wieder vermehrt mit guter, echter, handgemachter Musik beschäftigen und Live-Gigs besuchen würden. Ich finde es schade, dass «gemachte Stars und Musik» so stark beachtet werden und die echte Musik dabei Nebensache zu sein scheint.» The Order spielen bald wieder live. Die Konzertdaten sind in unserer Rubrik «Tourdaten» veröffentlicht und man kann sich auf www.theorder.ch über die aktuellste News der Band informieren.

The Order haben meiner Meinung nach mit «Metal casino» eine der überzeugendsten Veröffentlichungen dieses Jahr aus der Schweiz. Diese CD hat auch auf dem internationalen Markt gute Chancen. This band rocks.
Keith

www.theorder.ch