Charing Cross

Die Innerschweizer Band Charing Cross gibt es seit Ende der Achtziger. Das Einzige das aus dieser Zeit geblieben ist, ist der Bandname. Viele Besetzungswechsel prägten die frühen Jahre der Band. Wirklich angefangen hat alles im Jahre 1993, als einer der aktuellen Gitarristen Pascal Zwyssig zur Band stiess. Wir trafen die Band vor ihrer CD-Taufe in Sursee.

Pünktlich um 14 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Sursee. Dort hatte ich mit Andy Dormann abgemacht, Gitarrist von Charing Coross. Es ging in die Innenstadt in ihr Hotel, in dem wir uns in der Bar unterhielten. Ihre CD «…we are Charing Cross» hat wie eine Bombe eingeschlagen. Stampfende und melodiöse Hard-Rock und Metal-Songs wechseln sich ab wie das Wetter. Hatten sie die guten Kritiken in verschiedenen Medien erwartet? «Wir haben alles und nichts erwartet…aber sind natürlich sehr erfreut wie es im Moment läuft. Wir haben viel gutes Feedback erhalten und wir freuen uns auch über die gute Resonanz in der Fachpresse». Auf dem Info Blatt des Labels Metal Heaven steht «…debut album by one of Switzerland’s hottest Melodic Metal newcomer’s….». Wie steht Andy zum Wort «Newcomer»?

«Ein klares «Jain». Von der Urbesetzung ist niemand mehr dabei. Mit dem Zugang von Pascal Zwyssig hat die Band wirklich angefangen. Der Ausdruck stimmt nicht. In Bezug auf die CD ist es richtig, aber nicht in Bezug auf die Band als Live-Act. Charing Cross hat eine grosse Live-Erfahrung». Nun stellt sich natürlich die Frage, ob man nie mit dem Gedanken spielte, den Namen zu ändern. Seit langer Zeit ist keines der Gründungsmitglieder mehr dabei. War das je ein Thema? «Nein, das war nie ein Thema. Ich bin seit dem Jahre 2000 dabei und es war wirklich nie in unseren Gedanken. Wieso auch? Die Band hat ihre Wurzeln und ist jetzt gewachsen». Die CD besticht durch viele gute Songs mit hohem Wiedererkennungswert, und ich würde es als guten und eingängigen, stampfenden Metal bezeichnen. Wie umschreibt der Gitarrist Andy den Sound von Charing Cross? «Ich denke man kann den Sound unter Heavy Metal oder auch Hard Rock einordnen. Obwohl ich diese Schubladisierung nicht so toll finde. Wir spielen einfach den Sound, der uns gefällt». Ende August erschien das Debüt. Die Reaktionen in der Szene waren überwiegend positiv. Haben sich diese positiven Kritiken bereits auch für Gigs ausgewirkt? «Gigtechnisch ist noch nicht viel gegangen, aber das liegt auch etwas an uns. Wir müssen auch von uns aus aktiv werden, was wir auch noch machen werden. Momentan merken wir, dass uns mehr Leute unterstützen. Dabei ist die Medienpräsenz sehr wichtig. Also ja, es hat schon etwas gebracht, aber der Hauptteil liegt auch an unseren Aktivitäten, damit es zu mehr Auftritten kommt».

Nach über zehn Jahren im Proberaum und an Konzerten veröffentlichte Charing Cross ihr Debüt. Da kann man auf ein prall gefülltes Song-Repertoire für die CD zurückgreifen. Wird die Band für einen möglichen Nachfolger nicht etwas unter Druck kommen mit neuen Songs? Andy lacht zuerst mal und schüttelt seinen Kopf und seine Mähne: «Nein, auf keinen Fall. Klar, wir hatten eine grosse Auswahl an Songs für diese CD. Möglicherweise greifen wir auch wieder in die Kiste der alten Songs und werden den einen oder anderen neu aufbereiten. Aber wir sind bereits wieder dabei, neue Songs zu schreiben. Pascal Zwyssig hat vor allem neue Ideen für Songs. Jede Woche treffen wir uns zwei Mal zum Proben und feilen dann zusammen an seinen Ideen. Vieles kommt auch spontan ohne Planung. Ergänzende Ideen oder einzelne Songs kommen auch von anderen. Wir haben die Option, eine nächste CD zu veröffentlichen, sind aber zeitlich absolut nicht gebunden».

Mit dem ersten Deal konnte Charing Cross gleich einen europaweiten Deal abschliessen. Wie kam es überhaupt dazu und wie fühlt man sich? «Es ist geil. Ende Oktober wurde das Teil auch in Japan veröffentlicht. Wir haben etwas in diese Richtung gesucht und nicht zuletzt dank Beziehungen kam es mit Metal Heaven zustande». Charing Cross hat dann beim Aufbau im Kulturwerk 118 in Sursee weiterhin ihre Professionalität bewiesen, indem alle für einander da waren und es eben richtig «metalschweizerisch» zu und her ging. Die Band packte selber mit an, und in einer unglaublichen Geschwindigkeit stand alles. Auch die Art und Weise beim Soundcheck überzeugte. Eine Band also, die sicher den richtigen Weg geht. Locker und doch bestimmt. Und sie nimmt nicht alles für selbstverständlich: «Ich möchte noch gerne etwas hinzufügen: Ein grosses Dankeschön an alle, die im Hintergrund mitarbeiten» sagt Andy zum Abschluss unseres Gespräches.
Keith

www.charing-cross.ch