Shever

Aus She und Ever ist der Bandname der Female-Doom-Metal-Band aus der Schweiz zusammengesetzt. Im April erscheint ihre zweite CD mit dem Titel „A dialogue with the dimensions“. Metalswitzerland traf die Band zu einem Gespräch.


Shever

 

Shever

 

Shever

 Im Jahr 2004 erblickte die Welt das Licht der Doom-Band Shever. Fünf Jahre danach spielt die Band noch beinahe in unveränderter Formation. Lediglich die aktuelle Drummerin ist erst seit 2007 dabei. Nach der Sechs-Track CD „Ocean of illusions“, die 2006 erschien, war es für Sarah das erste mal, dass sie mit Aufnahmen konfrontiert wurde. War sie nervös? „Nein, vor dem ersten Konzert war ich sicher nervöser. Die Aufnahmen waren eher etwas Neues und Spannendes“.

Für die neue EP hat die Band im Übungsraum und zu Hause vier neue Songs mit einer Spielzeit von 34 Minuten aufgenommen. Für den Vorgänger ging man noch ins Studio. Für diese Veröffentlichung konnte sich die Band freier arbeiten und sich mehr Zeit lassen für die Aufnahmen. Was haben die Musikerinnen dieses Mal anders gemacht als bei ihrem offiziellen Debüt? „In erster Linie haben wir uns Zeit gelassen und haben mehr gejammt. Ausserdem haben wir eine neue Schlagzeugerin. Die Songs sind tendentiell eher schneller ausgefallen als auf „Ocean of illusions“, und es ist auch ausnahmsweise keine Violine zu hören. Diese haben wir aber nicht aus dem Instrumentensortiment entfernt, sondern für die vier neuen Songs einfach nicht eingesetzt. Der Sound ist immer noch sehr ähnlich, jedoch etwas abwechslungsreicher“, antwortet Nadine.

Die CD wird im Eigenvertrieb erscheinen und auch an Labels verschickt. Man möchte aber nicht unbedingt sofort einen Vertrieb finden, sondern eher den Weg für die Zukunft ebnen. „Shever ist nicht mehr bloss ein Hobby. Es macht Spass, und so soll es auch sein. Aber wir haben auch unsere Verpflichtungen und möchten so viel wie möglich spielen. Wir machen lieber einen Schritt nach dem anderen, als von null auf hundert zu gehen. Wir sehen es als Vorteil an, die ersten zwei CD’s im Eigenvertrieb zu haben, da wir so auch viel über das Musikbusiness lernen können. Wir wissen, worum es geht und können dann auch besser beurteilen – falls es zu einem Deal kommen sollte – was seriös ist und was nicht. Wir möchten uns nicht ausnutzen lassen und so unter Umständen viel Kohle liegen lassen. Ich denke, die Vorbereitungen sind wichtig und wir sind alle bereit“.

Auch ohne Plattenvertrag hat die Band Shever bereits internationale Erfahrung. Sie spielten bereits in Österreich, Deutschland, Frankreich und Belgien. Dieses Jahr spielen sie am 1. April (kein Scherz) in Winterthur zusammen mit Spancer, und bis zum 4.4. sind sie mit der genannten Band auf einer kleinen Tour. Dann geht es am 17./18.4. nach Göppingen, Deutschland,  ans „Doom Shall Rise Festival“.

„In der Schweiz bieten die Veranstalter einen höheren Standard als im Ausland – das Catering ist organisiert und selbstverständlich etc. Umgekehrt ist das Publikum im Ausland meistens besser. In der Schweiz werden Schweizer Bands entweder nicht so ernst genommen oder einfach weniger beachtet. Dies soll nicht eine generelle Aussage sein, es gibt sicher auch die andere Seite, aber so ist das von uns bisher Erlebte“.

Das höre ich nicht zum ersten Mal. Es ist seit Jahren ein Phänomen in der Schweiz, dass einheimische Bands weniger Beachtung finden als Truppen aus dem Ausland. Aber das ist ein anderes Thema. Aussergewöhnlich scheint die Tatsache, dass vier Frauen sich gefunden haben und Doom Metal spielen. Was ist so speziell an dieser Stilrichtung? „Man kann Atmosphären schaffen, Gefühle und Emotionen zum Ausdruck bringen. Doom liebt oder hasst man – etwas dazwischen gibt es kaum. Doom geht tiefer. Obwohl wir quasi eine Randgruppe innerhalb einer Randgruppe sind, scheint das Interesse an Doom in letzer Zeit wieder zu wachsen. Es gibt immer mehr Bands, die diesen dunklen und schleppenden Metal spielen. Es gibt einige Bands, die nach uns gegründet wurden und deren Mitglieder älter sind als wir es sind. Ich denke, das spricht für sich“. Ein schönes Abschlusswort pro Doom.
Keith

www.shever.ch

Infos zur Band:

Stil Doom Metal
Line UpSarah - Drums
Jessica - Guitar,Clean vocals
Alexandra - Vocals
Nadine - Bass, Violine, Vocals
Discographie
The mirror (Demo, 2004)
Oceans of illusions (2006)
A dialogue with the dimensions (2009)