Gang Of Four

 


Die englische Punk Band wurde 1977 zur Blütezeit des Punks gegründet. Bereits ihre zweite Single „At home he’s a tourist“ erreichte die Top 40 der englischen Charts. Eine ähnliche Platzierung erreichte die Truppe danach nicht mehr, blieb aber immer ein Insider-Tipp für gute Musik. 1984 löste sich die Band um bereits sechs Jahre später wieder zusammen zu finden. Seither ist das Quartett, mit Pausen, wieder aktiv und hat dieses Jahr nach „Shrinkwrapped“ 1995 wieder mal ein Album veröffentlicht. Wir unterhielten uns mit dem Gitarristen Andy Gill.

 

 Gang Of Four

 


Metalswitzerland (MS): Seit 1977 ist in der Musikszene vieles passiert. Welche Zeit war besser?


Andy Gill (AG): Da gibt es wirklich grosse Unterschiede. In den 70ern hatte man bei den Majors gute Chancen gross heraus zu kommen. Es war aber auch viel Geld im Spiel um vorwärts zu kommen. Zudem kamen viele Independent Labels dazu. Heute sieht das ganz anders aus. Es gibt viele illegale Downloads, die Labels haben zu kämpfen und sind angewiesen auf Merchandising, Live-Gigs der Bands etc. was wiederum nicht gut für die Bands ist. Man macht sich sicher viel mehr Gedanken über eine neue Veröffentlichung. Auch wenn es in den 70ern hart schien, ist es heute noch härter. Vor allem für junge Bands. Viele nutzen das Internet um ihre Musik zu streuen, aber was bringt das? Davon lebt man nicht. Ich sehe im Internet keine Vorteile für Bands, auf jeden Fall nicht für uns. Es ist also nicht einfach zu sagen welche Zeit besser war. Es hat sich einfach vieles verändert und wir gehen mit der Zeit. Unsere Musik hat sich nicht gross verändert. Wir spielen immer noch mit viel Groove und Rhythmus mit dem Augenmerk auf die Gitarre.


MS: In Sachen Aufnahmetechnik hat sich auch vieles verändert. Vieles ist mit der digitalen Technologie einfacher geworden. Ist die Musik heute gleich ehrlich wie damals?


AG: Sicher, es kommt einfach auf die Band an. Ich habe ein eigenes Studio und habe eine alte, klassische analoge Anlage. Allerdings bin ich auch mit der Zeit gegangen und kann im Studio auch Modernes bieten.


MS: Was hat Gang Of Four eigentlich dazu gebracht 1990 wieder zusammen zu kommen?


AG: Wir wollten einfach wieder zusammen Musik spielen. Nach 1995 hatten wir dann wieder eine lange Pause ohne wirklich aufzuhören. Die echte Reunion fand 2004/2005 statt.


MS: Nach über 30 Jahren seid ihr nun wieder in der Originalbesetzung unterwegs. Auf was habt ihr euch bei den Aufnahmen des aktuellen Albums speziell konzentriert?


AG: Wir haben viel Live gespielt und dabei nur alte Songs gespielt. Mit der Zeit hatten wir das Gefühl wir sollten neue Lieder schreiben. Im ersten Moment hatten wir gar nicht vor eine neue Scheibe aufzunehmen. Die Songs sollten simpel werden, ohne eine Botschaft, ohne zu viele Instrumente – das macht es zu kompliziert. Also im Grunde genommen zurück zu den 70ern und 80ern. Wir wollten die Fragen die wir in den Songs früher stellten einfach wieder stellen und realistisch bleiben. Wir sind nicht eine Band die mit der roten Fahne durch das Leben geht sondern uns eher fragt, wie wir alle in dieses System passen und einfach erzählen, was wir gut oder schlecht finden. Ohne dabei auf Diskussionen eingehen zu müssen. Und das hört man nun doch auch einen neuen Silberling, mit viel Groove.


MS: Wie würdest du 2011 eure Musik beschreiben?


AG: In drei Worten kann man das nicht. Ich würde sagen Gitarren orientierte, Groove besessene Minimal Musik.


Genau etwa so klingt die aktuelle CD „Content“. Leicht konsumierbar, unterhaltsam und definitiv eine Scheibe, die man sich immer wieder in den Player schiebt.

Keith


www.gangoffour.co.uk