| Within Temptation |
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Symphonic Rock, Symphonic Metal oder Gothic Metal? Wie genau kann man den Sound der holländischen Band umschreiben? Oder muss man das überhaupt? Mit der Veröffentlichung der neuen CD „The Unforgiving“ wird man diese Frage eher in den Hintergrund stellen und die Musik einfach geniessen, denn Within Temptation gehen neue Wege und der Sound wird härter. Wir unterhielten uns mit der Sängerin Sharon den Adel bei ihrem Besuch in Zürich.
Metalswitzerland (MS): Das neue Album hat mich sehr positiv überrascht und die Idee ein Konzeptalbum zu veröffentlichen hat sich offenbar gelohnt. Das erste Mal, dass ihr über ein Konzeptalbum gesprochen habt ist ja bereits eine Weile her. Habt ihr darauf dieses Ziel konsequent verfolgt oder hat es sich einfach so ergeben?
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Sharon den Adel (SA): Wir haben schon bewusst darauf hingearbeitet und hatten viele Optionen. Anfangs machten wir uns auf die Suche nach einem Film, der zum geplanten Zeitpunkt des Anlaufens mit dem geplanten Veröffentlichungsdatum der CD übereinstimmt. Das ist aber nicht aufgegangen, denn wir wollten unser Release-Date nicht verschieben. Also schlugen wir eine andere Richtung ein, denn wir wollten vorwärts machen. Wir haben dann selber eine Geschichte zusammengestellt. Es geht um Schwerkriminelle die tot sind und eine neue Chance erhalten in dem sie ins Leben zurückgerufen werden um Mörder umzubringen. Also eigentlich um etwas Falsches zu tun um Leute zu bestrafen, die dasselbe getan haben. Es ist eine Geschichte über Doppelmoral. Diese Auferstandenen haben ganz neue Fähigkeiten, wie viel schneller gehen zu können und so. Die ganze Sache kommt mit drei Kurzfilmen daher und wird auch als Comic heraus kommen. Es sind verschiedene Leute aus verschiedenen Bereichen involviert. Anfangs war auch die Idee vorhanden, etwas mit Zombies zu machen, aber sagte uns nicht so zu, bis der Comiczeichner mit dieser Idee kam, die uns sofort zusagte. Dazu kamen gute Ideen zu den Kurzfilmen und alles wurde zu dieser Geschichte zusammengefasst. Allerdings kann und wird nicht alles gleichzeitig veröffentlicht. Das Comic ist noch in Arbeit – ein Teil davon ist jedoch bereits auf unserer Homepage zu sehen.
MS: Wie du erwähnst werden ja neben der CD auch das Comic und drei Kurzfilme erscheinen. Eine intensive Sache. Denkst du die Fans werden die Texte wirklich auch studieren oder werden sie sich nur auf die Musik stürzen?
SA: Es ist alles auf Englisch und ich denke und habe auch schon die Erfahrungen gemacht, dass das gut ist so. Unsere Homepage ist auch auf Englisch und sie wird gut besucht. Sehr viele Leute sprechen heute diese Sprache und das wird kein Problem sein. Wir hatten aber auch schon Anfragen, ob man es übersetzen darf.
MS: Speziell der Song „In the middle of the night“ ist sehr hart ausgefallen wie auch der Rest der CD härter ist als die Vorgänger-Scheiben.
SA: „In the middle of the night“ ist wirklich Kick-ass, wenn ich das so sagen darf. Wir haben mehr Metal drauf gepackt, das ist zweifellos so. Die CD beinhaltet mehr Gitarren-Riffs und ist sicher härter als gewohnt ausgefallen. Eine natürliche Entwicklung unserer Musik.
MS: Auf dem Cover der letzten CD „The heart of everything“ sieht man eine Frau in weiss mit Tauben, was auf Frieden und so schliessen lässt. Auf der neuen CD „The unforgiving“ ist es eine Frau in schwarz mit Knarre – das Böse pur. Zufall oder ist ein Hintergedanke dabei?
SA: Das ist mir gar nicht aufgefallen…, also das ist reiner Zufall. Auf „The unforgiving“ ist eine Geschichte die für sich steht und absolut unabhängig von den Vorgängeralben ist. Es ist eine eigene Story auch ohne dass die Band vorkommt, weder im Comic noch in den Kurzfilmen.
MS: Within Temptation ist sicher eine Band die bekannt dafür ist gute Songs zu schreiben und gute CD’s zu veröffentlichen. Es fällt aber auf, dass es doch sehr lange geht zwischen den Studio-Veröffentlichungen – 2000 – 2004 – 2007 – 2011. Besteht da nicht die Gefahr, dass man die Fans neu gewinnen muss?
SA: Ich denke nicht, dass diese Gefahr besteht. Wir haben zwischendurch auch mal Live-Sachen veröffentlicht und waren sehr viel auf Tour. Andere Bands können auf Tour neue Songs schreiben, das können wir nicht. Wir konzentrieren uns auf die Tour und auf die Songs die wir spielen. Neue Songs werden vielfach separat von uns zu Hause geschrieben. Daher geht es möglicherweise auch mal etwas länger. Wir wollen das was wir machen, gut machen und lassen uns lieber Zeit, als etwas hinzuwerfen das nichts Wert ist. Bisher hat das gut geklappt.
MS: Du bist im siebten Monat schwanger und erwartest dein drittes Kind – wie bringst du alles auf die Reihe?
SA: Das ist eine Sache der Organisation und ich sehe keine Probleme darin. Wir werden die kommende Tour etwas anders organisieren wie auch schon, denn das war anstrengend. Es waren zu viele Daten aufeinander und am Schluss der Tour waren wir nicht nur erschöpft, sondern waren an der Grenze dazu, die Freude zu verlieren. Das hat sich aber schnell wieder normalisiert und wir planen jetzt eine Tour mit drei Wochen spielen, eine Woche frei, drei Wochen spielen, eine Woche frei und so weiter. Und ja, wir freuen uns bereits alle darauf.
MS: Mir ist aufgefallen, dass Robert im finnischen TV am Interview ein T-Shirt von Roadrunner Records an hatte. In der Schweiz seid ihr bei Sony Music, wie kommt das mit Roadrunner Records?
SA: Roadrunner ist England, Japan, Australien und Amerika.
MS: Internet – ein Fluch oder eine Chance?
SA: Beides. Die Zeiten ändern sich und man muss mit dieser gehen. Man kann damit sicher mehr Leute erreichen. Das Problem dabei ist, dass es mehr illegale Downloads gibt. Schlecht für die Labels ist wahrscheinlich auch You Tube, obwohl es für junge Bands möglicherweise wiederum gut ist. Es hat meiner Meinung nach positive wie auch negative Aspekte. Unsere Homepage haben wir auch umgestaltet. Wir wollten keine normale Standard-Homepage mehr, sondern mehr etwas im Lifestyle-Stil, mit mehr Informationen als nur über Within Temptation, also auch Hobbies oder andere Bands und so. Daher ist das Internet wieder positiv, man kann Sachen wie das so gestalten wie man es sich vorstellt. Aber eben, es gibt auch die andere Seite – also im Endeffekt: keine eindeutige Antwort.
Danach stellte sich noch heraus, dass Sharon ein Fan von alten englischen Komödien wie „‚Allo ‚allo“ ist, was dieses Gespräch mit einem guten Austausch und viel Gelächter zu einem Abschluss brachte. Within Temptation spielen am 18. Oktober dieses Jahr im Volkshaus in Zürich – wer die neue CD kennt, wird gehen. Alle anderen verpassen etwas, das sie im Nachhinein sicher bereuen werden…
Keith
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