| Molly Hatchet |
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Molly Hatchet gilt als eines der Aushängeschilder des klassischen Südstaaten-Rock, und das seit Jahren. Nach Hochs und Tiefs in ihrer Karriere meldeten sie sich dieses Jahr mit dem Album „Justice“ in eindrücklicher Weise zurück. Das ist zwar nicht ganz korrekt ausgedrückt, denn aufgehört hatten sie nicht. Es dauerte bloss fünf Jahre seit dem letzten Album. Bei ihrem Auftritt in Zürich konnten wir uns mit dem Kopf der Band, Bobby Ingram, unterhalten. „Ich habe einen kranken Gitarristen, der im Bett liegt“ waren die Worte des Tourmanagers kurz nach der Begrüssung. Das deutete eher auf eine Absage des Interviewtermins hin. „Aber Bobby möchte den Kontakt zu der Presse behalten und würde nach dem Gig das Interview gerne noch machen. Jetzt möchte er für das Konzert möglichst fit werden“. Da wir aber auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen waren, passte uns das nicht ins Programm. Michael, der Tourmanager, nahm diese Bemerkung offenbar ernst, denn kurz vor 20 Uhr läutete das Mobile und er informierte uns, dass Bobby jetzt bereit sei für ein Interview. Wir bestiegen also den Tourbus es konnte losgehen. Es sollte eines der kuriosesten Interviews meiner Laufbahn werden. Nach einer richtig amerikanischen, überschwänglichen Begrüssung seinerseits und Dankesworte, dass wir hier sind, gab es dann doch eine kleine Pause, in welcher ich meine erste Frage stellen konnte. Metalswitzerland (MS): Im Sommer erschien das aktuelle Album „Justice“ und seither seid ihr auf Tour. Wie läuft es bis jetzt? Man merkte zu diesem Zeitpunkt, dass er den Tränen nahe war und somit musste versucht werden, das Thema in eine andere Richtung zu lenken. MS: Auffallend bei Molly Hatchet ist die Tatsache, dass die ersten sechs Alben bei Epic erschienen, danach vier Alben bei verschiedenen Labels und jetzt doch wieder mal zwei bei dem gleichen Label, Steamhammer – SPV. Heisst das, dass ihr hiermit einen längerfristigen Vertrag habt?
MS: Molly Hatchet hatte in der Vergangenheit sehr viele Line-Up Wechsel und mit Dave Hlubek ist ein Gründungsmitglied auch wieder dabei. Ist das das Line-Up auch für die Zukunft? MS: Anfangs erwähntest du mal, dass ihr jetzt weitere 14 Monate auf Tour sein werdet. Aber was meiner Meinung fehlt, ist ein Abstecher nach England. Aus welchem Grund lasst ihr beim Touren diese Hochburg der guten Musik aus? MS: Auf dem letzten Song der aktuellen CD „Justice“, dem Titelsong, erinnert mich die Gitarre phasenweise an Iron Maiden, die ja mit dem Titel „The last frontier“ unbewusst Gerüchte zum Ende der Band in die Welt setzten. Der letzte Track eurer CD hört mit einem gewaltigen Donnerschlag auf. Was hat das zu bedeuten? Zwischenzeitlich hatte der Tourmanager bereits drei Mal angeklopft und Bobby gemahnt er solle die Zeit nicht vergessen. Bald ging es auf die Bühne. Am Anfang die Nachricht, dass Bobby krank im Bett oder Schlafkoje lag, danach ein extrem gesprächiger, gut gelaunter Bobby am Tisch des Tourbusses. Die schnellste Genesung seit Erfindung des Südstaaten-Rocks. Wir wurden Zeugen eines Wunders. Kurz danach betraten die Mannen von Molly Hatchet die Bühne und legten los. Etwa 200-300 Besucher hatten sich im Dynamo eingefunden. Neben alten Hits wurden auch Songs des aktuellen Longplayers gespielt, aber der Funke schien nicht richtig auf das Publikum rüber zu springen. Bis auf die ganz eingefleischten Fans blieb es eher ruhig. So auch die Bewegung auf der Bühne. Aber das war zu erwarten bei so vielen Jahren und Kilogrammen die da standen. Ihr Handwerk, gute Songs zu schreiben und auch live vorzutragen, hat die Band aber keineswegs verloren. Leider scheint es einfach so, dass dieser Sound nicht mehr ganz zeitgemäss ist oder die Fans von früher sich den Sound lieber zu Hause ab CD reinziehen. Trotzdem hat es ordentlich gefegt im Dynamo und der Grossteil des Publikums verliess den Saal nach dem Konzert mit zufriedener Miene. Keith/Christina |
