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Mit dem Album „Up to the sky“ schaffte die ungarische Band 2002 acht Jahre nach ihrer Gründung den europäischen Durchbruch. Sänger Zoli lebte eine Zeitlang in Hamburg, hatte dann aber viel Pech und verlor alles innerhalb einem Tag und zog zurück nach Ungarn, in ein kleines Dorf, zu seinen Eltern. Aus seinem Leben handeln so auch die Texte der Band. Wir unterhielten uns mit Zoli.
Metalswitzerland (MS): Auf dem neuen Album „Redemption“ sind weniger Einflüsse der Musik von Zigeuner zu hören als ich es mir gewohnt bin. War das Absicht oder hat es sich einfach so ergeben? Zoltán „Zoli“ Farkas (ZF): Es war ja bereits 2009 so, dass wir auf „What doesn’t kill me“ diese Einflüsse nicht mehr so stark benutzten. Auf „Redemption“ haben wir uns auf andere Sachen konzentriert. Wir wollten uns nicht immer wiederholen und so sind diese Elemente nicht mehr so stark vertreten. Obwohl sie sicher nicht ganz verschwunden sind. MS: Sind die Songs als einzelne Lieder zu verstehen oder anders gefragt, worum geht es in den Texten? Ist da eine Message versteckt? ZF: Nein, eine Message gibt es nicht. Es geht um simple Sachen. Na ja, eigentlich geht es um Geschichten oder Erlebnisse aus meinem Leben. Simple Sachen, die mich erbosen. 
MS: Also auch Politik? ZF: Nein, mehr um die Depressionen des Lebens. Unsere Musik soll dazu beitragen, die ganze Scheisse zur Seite zu legen und sich gut zu fühlen. Ich hatte mal ein perfektes Leben in Hamburg. Innerhalb von einem Tag ging alles verloren und ich musste zurück nach Ungarn. Da fühle ich mich ganz einfach nicht so wohl, es ist ein richtiger Killer. Das heisst in den Texten geht es generell um die Probleme im Leben, die jeder hat und da ich alles selber miterlebe gut darüber singen kann. MS: Geht es dir immer noch so beschissen? ZF: Eigentlich nicht, die Feedbacks des neuen Albums sind bisher sehr gut und das baut auf. Auch die ganze Umgebung und Promotion tut unglaublich gut. Es geht mir sicher schon viel besser und ich freue mich auf die nächsten Monate.All das gibt Mut und Kraft, dass doch nicht alles vergebens war. MS: Wie kam es dazu mit Danko Jones was aufzunehmen? ZF: Wir kennen einander seit 2006, haben uns zufälligerweise an einem Festival getroffen. Backstage haben wir lange diskutiert und die Chemie zwischen uns stimmte. Danach blieben wir immer in Kontakt. Ich bin schon lange ein Fan von ihm und als er mir sagte, dass er unseren Auftritt geil fand, freute mich das natürlich sehr. Das war während der „Instinct“-Tour in Hamburg. Ich fragte ihn dann per E-Mail, ob er bei einem Song mitmachen möchte und am gleichen Tag kam die Zusage. Danach schrieb ich die Songs, schickt ihm einen und er trug den Gesang bei. Lustig dabei ist, dass er in einer Gegend wohnt, in der nur ältere Leute wohnen und er auf keinen Fall herumlärmen darf. Er nahm den Gesang für den Track also in seiner Garage in seinem Auto auf dem Rücksitz per Laptop auf. Das Resultat war gewaltig und gefällt ihm auch. MS: Werdet ihr mit ihm mal auf der Bühne stehen? ZF: Das wäre natürlich fantastisch. Mal sehen, wenn wir nächstes Jahr mal am gleichen Festival spielen, würde ich das nicht ausschliessen. Aber geplant ist nichts, wir überlassen das dem Zufall. MS: Was genau habt ihr gegenüber den Vorgängeralben bei den Vorbereitungen zu „Redemption“ anders gemacht? ZF: So gut wie alles. Wir wollten komplexer werden. Es geht mehr in Richtung Rock und Grunge, ich singe, was auch neu ist und ganz wichtig ist auch der Sound der neuen Gibson-Gitarren. Das macht eine Menge aus. Der Sound ist immer noch die berühmte Faust ins Gesicht und sehr heavy, aber viel abwechslungsreicher. Früher war es ein Tunnel mit einem Eingang und einem Ausgang. Heute ist es ein Tunnel mit vielen Nebenröhren oder Nebenräumen. Die Musik ist farbiger und unterhaltsamer ohne an Härte verloren zu haben. MS: Um das alles vorzubereiten muss ja einiges an Zeit gekostet haben… ZF: Etwa neun bis zehn Monate war die Zeit die wir benötigten für alles. Ich schreibe alle Songs, füge die Instrumente zusammen und übe es mit der Band ein. Die Texte kommen dann später dazu. MS: Du schreibst also alle Songs von A bis Z. Haben die anderen Members auch Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen? ZF: Eigentlich nicht. Sie erhalten die Songs spielbereit und üben sie ein. MS: Gibt es für die kommende Tour einen Wechsel im Line-Up? ZF: Ja, sehr aktuell ist Tamás an der Gitarre nicht mehr dabei. Er hat üble Drogenprobleme und das passt nicht zu uns. Er hat kürzlich aufgrund seines Problems das Flugzeug nach Deutschland verpasst. Da musste ich handeln. Ich wünsche ihm auf jeden Fall, dass er von dem Zeug wegkommt, aber helfen dabei kann ich ihm nicht gross. Wir waren immer gute Freunde, aber so geht es nicht. Der Ersatz ist der 27-jährige Mike aus Deutschland, der uns auch auf der kommenden Tour verstärken wird.
MS: Nach der Veröffentlichung von „Redemption“ hättet ihr doch mal eine Pause verdient – gibt es die? ZF: Wieso? Das ist unser Job und wir haben Freude daran. Wir freuen uns auf die kommende Tour und hoffen, dass es noch lange weiter geht. Nächstes Jahr sind wir mehr oder weniger bereits voll beschäftigt. Das macht Spass. MS: Auf eurer Homepage finde ich aber keinen Auftritt in der Schweiz… ZF: Ja, das ist so, dass wir die Daten dort noch nicht veröffentlicht haben, da noch nicht alle Supporting Acts und andere Bands bestätigt sind. Auf unserer myspace-Seite sind aber alle Daten gelistet. Dieses Gespräch war eigentlich nicht ganz so geplant, wie es ablief. Dino, der das Interview machen sollte, steckte im Schnee in einem Bus fest. Das wusste auch Zoli, da ich ihn am Anfang des Gespräches über unsere momentanen Wetterverhältnisse aufklärte. Ich bin spontan eingesprungen und habe die Fragen von Dino gestellt. Zoli hatte dafür die richtigen Worte: „Shit happens, aber eines ist klar: Dieser Dino und du seid bei unserem Gig in der Schweiz auf der Gästeliste. Ich möchte euch gerne kennen lernen, meldet euch beim Label und sagt ihnen, dass ich das wünsche“: Wenn das nicht ein schönes Abschlusswort ist. Ektomorf spielen am 19. Februar 2011 im Z7 in Pratteln. Markiert euch dieses Datum in eurer Agenda, dann macht ihr an diesem Tag das einzig Richtige.
Fragen: Dino Interview: Keith
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