Magnum

Magnum ist wohl einer der Bands die ewig unterwegs sein werden. Seit der Gründung 1972 und dem ersten Release 1978 sind die Engländer beinahe ununterbrochen am Musizieren und es ist kein Ende in Sicht. Wir sprachen mit dem Sänger und Mitgründer der Band Bob Catley.

Metalswitzerland (MS): Am 14. Januar 2011 erscheint euer neues Album „The Visitations“ und es scheint, dass euch die Batterien nie ausgehen. Wirst du nie müde?
Bob Catley (BC): Nein. Das Touren, singen, Songs aufnehmen liebe ich. Es ist mein Leben. Ich liebe es kreativ zu sein. Ich gehe nicht wie andere zur Arbeit, aber arbeite in einer anderen Art hart. Besonders liebe ich die Bühne. Aber von Müdigkeit kann keine Rede sein.

MS: Wann habt ihr das neue Album aufgenommen?
BC: Wir begannen im Februar dieses Jahres und beendeten es im Oktober. Dabei haben wir während der Festivalsaison im Sommer eine Pause eingelegt um live spielen zu können. Alles in allem dauerten die Aufnahmen etwa sechs Monate.

Magnum

MS: Das Album stand mir über zwei Monate vor Veröffentlichung zur Verfügung. Aus welchem Grund habt ihr es nicht früher veröffentlicht? Wäre doch eine gute Möglichkeit gewesen auf das Weihnachtsgeschäft hin.
BC: Das Ziel ist es, dass wir bis zur Veröffentlichung möglichst viel Promotion für das neue Album machen. Das Weihnachtsgeschäft war schon ein Thema. Wir entschieden uns dann aber dagegen. Zu dieser Zeit erscheinen zu viele „Best of…“ Alben und wir sind sicher, dass es eben doch nicht der beste Zeitpunkt für die Veröffentlichung wäre.

MS:  Auf „The Visitations“ hebt sich für mich ein Song besonders hervor, weil er nicht so ganz Magnum-typisch ist. „The last frontier“, der so schön im Marsch-Rhythmus etwas Geschichtliches in sich hat…
BC: Ja, das ist so. Es erzählt eine Geschichte aus unseren jungen Jahren. Ich denke, man muss auch ein gewisses Alter haben, um den Song zu verstehen und um ihn zu akzeptieren. Es ist ein altmodischer Track. Speziell dabei ist sicher auch, dass Jim Lea von Slade mit aufgenommen hat.

MS: Das neue Album ist trotzdem ein typisches Magnum Teil. Von ruhigeren Songs wie „Mother natures final dance“ oder härtere Passagen wie der Anfang von „Midnight kings“ ist alles enthalten was der Fan liebt. Wie geht ihr an das Songwriting heran?
BC: Da fragst du den Falschen, ich bin nicht der Songwriter. Tony, der dies macht, liebt es, Emotionen in die Lieder zu bringen. Wir singen über alles. „Auf spin like a wheel“ geht es zum Beispiel um das Thema wie wir Menschen unseren Planeten behandeln. Dabei ist auch von einem Vulkanausbruch und die Folgen der Asche die Rede. Ich denke „The Visitations“ ist kein ganz normales Album. Man muss sich das Teil ein paar Mal anhören.

MS: „The Visitation“ erscheint in drei Versionen – als Jewel Case, Digi-Pack und in farbigem Vinyl. Wer entscheidet solche Sachen – das Label oder die Band?
BC: Das Label hat das so entschieden. Ich finde es aber toll, dass es auch wieder vermehrt zu Vinyl-Veröffentlichungen kommt.

MS: Am Anfang eurer Karriere gab es ja nur Schallplatten – na ja, und Kassetten – und heute ist die Grossteil CD’s. Die Aufnahmen werden digital gemacht, das Leben als Musiker ist einfacher geworden. Verwendet ihr auch die moderne Technologie oder seid ihr eine Band, die noch „echt“ aufnimmt?
BC: Wir gehen mit der Zeit und wenn es eine Möglichkeit gibt, Sachen zu verbessern, machen wir es. Es muss nicht zwingend eine Vereinfachung sein, sondern eben eine Verbesserung. Wir arbeiten nicht mehr mit Bändern und drei Leuten um ein Mischpult herum. Obwohl ich auch sagen, muss, dass beide Szenerien ihren Reiz haben.

MS: Bist du dann eher der Vinyl- oder CD-Befürworter?
BC: Beides. Ich denke, es gibt nichts besseres als eine CD. Aber eine LP strahlt mehr Wärme aus und ist irgendwie doch auch viel Wert. Es ist schön, beides zu haben.

MS: Wenn wir schon dabei sind. Siehst du das Internet als Gefahr in Folge von illegalen Downloads oder eher als Chance Musik zu verbreiten?BC: Genau so. Bands können nichts gegen Downloads tun, aber nutzen das gleiche Tool um ihre Musik zu verbreiten. Es hat also Für und Wider und wir müssen oder dürfen damit leben.

Ein paar generelle Fragen blieben leider unbeantwortet, da die Zeit um war und für Bob das nächste Interview anstand. Vom Interviewstress erholen wird sich die Band bald, wenn sie wieder auf Tour sind. Dabei kommen sie auch in die Schweiz und spielen am 21. März 2011 im Z7 in Pratteln. Ein Konzert, das man nicht verpassen sollte.

Keith

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