Shadowside

Am 23. Oktober sprachen wir lange mit der Sängerin Dani Nolden von der brasilianischen Metal Band Shadowside (Interview klicke hier). Am 15. November spielte die Truppe als Supporting Act von W.A.S.P. im Zürcher Volkshaus. Wir trafen Dani vor dem Gig auf einen Kaffee und erhielten noch ein paar Antworten auf nicht vorbereitete Fragen. Ursprünglich war nur geplant einen Stapel Schokolade zu übergeben und Hallo zu sagen. Aber es kam besser.

Metalswitzerland (MS): Willkommen in der Schweiz. Es ist vermutlich das erste Mal, dass ihr so lange in Europa unterwegs seid. Wie läuft es bisher?
Dani Nolden (DN): Ganz gut, wir sind sehr positiv überrascht. In Deutschland haben wir sehr gut gemerkt, wie die Besucher an Konzerten ganz anders reagieren als in Brasilien. Sie schreien nach den Songs. In Brasilien schreien sie die ganze Zeit. Da mussten wir umdenken und so können wir alle sagen, dass die Reaktionen bisher wirklich sehr gut sind.

MS: Woher kommt es denn, dass die Konzertbesucher in Brasilien die ganze Zeit schreien?
DN: Das kommt wahrscheinlich daher, dass es viel weniger Konzerte gibt. Wir haben zwei echte Metropolen, in denen was läuft. Sao Paulo und Rio de Janeiro. Aber da läuft bei weitem nicht so viel wie hier. Es gibt zwar sehr schöne Venues und es kommen auch grosse Bands nach Brasilien. Aber für kleinere, einheimische Bands ist es schwierig. Wenn man die Möglichkeit hat zu spielen, muss man sich mit veraltetem Equipement zufrieden geben und ist wirklich auf das Wesentliche beschränkt. Manchmal fehlen sogar Sachen. Aber man schlägt sich durch. Und da flippen die Fans des Metal-Sounds eben aus, wenn wieder mal was läuft.

Shadowside

MS: Wo führt euch diese Tour noch hin und wann werdet ihr wieder in Brasilien sein?
DN: Wir waren bisher in Deutschland, Spanien, Italien, Holland und gehen noch nach Belgien, wieder nach Deutschland, Österreich, Finnland, England, Schottland und andere Länder. Aber hier habt ihr ja mieses Wetter (lacht). Wir kamen gestern an und es war wirklich angenehm. Sonnenschein und nicht zu kalt. Aber heute...das ist ja grauenhaft. Wie kannst du hier leben?

MS: Das ist nicht immer so – ihr habt einfach Pech die erste Kältewelle zu erwischen. Aber da freut ihr euch ja sicher wieder auf die warme Heimat.
DN: Ach, versteh das nicht falsch. Uns gefällt es hier. Wir haben schon schöne Sachen gesehen und gerade auch in Zürich hat einiges zu sehen. Wir sind Mitte Dezember wieder zu Hause, aber nur für zwei Wochen. Dann gehen wir nach Schweden um die neue CD aufzunehmen.

MS: Somit stehen die Songs schon. Wie wird das Album klingen?
DN: Noch härter. Ja, die Songs sind bereit und wir freuen uns darauf. Wir hoffen, das Album im Juni 2011 zu veröffentlichen.

MS: Was erwartet ihr vom heutigen Abend oder vom Schweizer Publikum?
DN: Wir hoffen natürlich, dass es ihnen gefällt…und nach dem Gig genehmigen wir uns zusammen ein Bier.

Türöffnung war um 19 Uhr angesagt, Konzertbeginn um 20 Uhr. Bereits wenige Minuten nach der Türöffnung stand die Band auf der Bühne und bretterte los. Was war geschehen, dass sie früher als geplant auftraten? Dani erklärte es mir nach dem Gig: Da in Zürich noch eine dritte Band auftrat, wurde der geplante Ablauf geändert. Das ist wohl einfach so und man kann es nicht ändern.

So trat die Band leider nur vor etwa 70 Leuten auf, von denen aber gut ein Drittel kräftig mitmachte. Sie spielten Songs der aktuellen CD wie der Knaller „Nation hollow mind“. Aber sie gaben auch Songs des Vorgängers vom Besten, wobei der schnelle Rocker „Red Storm“ hervor stach. Auf der Bühne wie auch vor der Bühne wurden die Mähnen geschüttelt was das Zeugs hielt. Guter Sound und ein überzeugender Auftritt was die vier Brasilianer in Zürich ablieferten. Leider viel zu kurz, aber dass sie die wenigen (neuen) Fans überzeugten, zeigten die CD-Verkäufe nach dem Gig am Merchandising-Stand. Sie gingen weg wie frische Gipfeli. Kurz nach dem Auftritt erschien auch die Sängerin am Merchandising Stand und signierte geduldig CD’s und Poster, posierte für Photos und gab immer mit einem Lachen Antwort. Danach genossen wir zusammen ein Bier bevor es wieder hinaus in die Kälte ging.

Shadowside ist eine Band, deren Namen man sich merken sollte. Live noch härter als ab CD, die jedoch auch zu überzeugen wissen.

Keith