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Mit der CD „Heilig“ erschien dieses Jahr der zweite Teil der Instanz-Trilogie und sie klingt doch etwas anders als „Schuldig“ aus dem Jahr 2009. Wir trafen Sänger Holly und Benni Cellini.
Metalswitzerland (MS): Auf dem Booklet der neuen CD ist euer neuer Drummer David Pätsch nicht erwähnt (kam von Subway To Sally), dafür ist euer ehemaliger Drummer Specki (neu bei In Extremo) als Gastmusiker aufgeführt. Aus welchem Grund als Gastmusiker? Letzte Instanz (LI): Das ist ja sehr aufmerksam, dass dir das aufgefallen ist. Es ist so, dass Specki die CD noch mit aufgenommen und erst nach der Festivalsaison bei uns aufgehört hat. Somit war er bei den Aufnahmen zwar noch dabei, aber wie ein Gastmusiker. MS: Auf „Schuldig“ war die Stossrichtung klar Rock. Auf „Heilig“ klingt der Sound variabler. Von ruhig, melanchonisch über düstere Momente bis hin zu rockigen Stampfern. Was das von Anfang an so geplant? LI: Bis zum Album „Schuldig“ war vieles eher experimentell. Wir wollten da etwas gradliniger werden und sind zufrieden mit dem Resultat. Auf „Heilig“ wollten wir wieder mehr Stimmung in die Musik einbauen, es ist eine Weiterentwicklung des Vorgängeralbums. 
MS: Die beiden aktuellsten Covers haben einerseits Parallelen und zeigen auch Gegensätze. „Schuldig“ ist in schwarz gehalten mit einer Frau mit langen Haaren, „Heilig“ ist in weiss gehalten mit dem Bild von Holly, der keine Haare hat. Wir das beim dritten Teil irgendwie kombiniert, da das Gute und Böse doch auch Hand in Hand gehen? LI: Es wird darüber spekuliert und diskutiert. Niemand weiss es ausser wir. Man soll sich auch Gedanken darüber machen und es gibt genügend Anhaltspunkte. Als wir „Schuldig“ aufnahmen war das Album „Heilig“ auch schon halb fertig, und es macht Spass drei CD’s als Ganzes aufzunehmen. Fans und Interessierte können auf Facebook mitdiskutieren wie der dritte Teil werden könnte. MS: Ihr singt alles in deutscher Sprache. Heisst das nicht auch automatisch, dass ihr euch auf den deutschsprachigen Raum begrenzen wollt? LI: Nicht unbedingt. Wir haben auch schon in China gespielt und da wurden die Texte auf einer Grossleinwand übersetzt. Wobei das wohl kaum jemanden interessierte – das Publikum wollte einfach feiern, war wirklich gut drauf. Demnächst gibt es vielleicht sogar eine Möglichkeit in Russland, der Türkei und Indien aufzutreten. Die Sprache ist also keine Barriere. MS: Woher kommt es eigentlich, dass euer Sound als Folk-Rock bezeichnet wird? Meiner Meinung nach ist einfach guter Rock. LI: Das wundert uns auch. Vielfach werden Folk-Instrumente für eine andere Art Musik eingesetzt und da wir auch eine Violine im Einsatz haben könnte das von dort her kommen. Wir werden in viele Schubladen gesteckt. Die richtige Bezeichnung unserer Musik ist „Brachialromantik“. Das beschreibt was wir machen. MS: Ihr hattet unterwegs im Tourbus auch mal Pech – was war das Verrückteste das ihr erlebt habt? LI: Ich denke das war während einer Winter-Tour auf der Autobahn. Wir hatten noch einen „dicken Kopf“ vom Gig (oder das danach?), als der Bus plötzlich voller Qualm war. Auf einer Raststätte angehalten, standen wir draussen. Der Bus brannte, aber wir haben auch sonst Sachen erlebt. Vier Reifenpannen hintereinander, kaputte Einspritzpumpe, defekte Heizung und einmal sogar ein Chauffeur, der betrunken war und nicht fahren durfte. Das Musikerleben kann also spannend und abwechslungsreich sein. Letzte Instanz kommt bald für ein Konzert in die Schweiz. Am 9. Februar 2011 spielen sie in Zürich im X-Tra. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Datum jetzt schon zu buchen.
Keith www.letzte-instanz.de |