Sabaton

Am Tag der Veröffentlichung ihres ersten Live Albums „World War Live – Battle Of The Baltic Sea“ war geplant uns mit dem Bassisten Pär Sundström zu unterhalten. Aber es kam anders. Pär war beschäftigt mit organisatorischen Dingen, da Sabaton soeben einen Gig mit Judas Priest in Deutschland angeboten erhielt. Natürlich sagten sie zu für den Auftritt am kommenden Dienstag. Für das Interview sprang Sänger Joakim Brodén ein, der – für Sabaton Tradition – auf die Minute genau anrief.

Metalswitzerland (MS): Heute erscheint euer erstes Live Album, das ihr vergangenen Dezember auf der „Sabaton Cruise“ auf dem Schiff aufgenommen habt. Wie kam es dazu?
Joakim Brodén (JB): Das ist eine kuriose Geschichte. Es war geplant mit dem Schiff nach Finnland zu reisen und das Schiff war ausgebucht mit Fans und uns. Als wir den Reisepreis hörten, sagten wir in leicht alkholisiertem Zustand, dass wir doch einfach gleich das ganze Schiff mieten würden. Am nächsten Tag – wieder nüchtern – taten wir das dann auch und schleppten zusätzlich Aufnahmematerial mit und spielten zwei Konzerte, was ursprünglich auch nicht geplant war. Es war hart. Die See unruhig, viel Wind und Wellen. So hört man auf den Aufnahmen auch ein paar Fehler. Aber was soll’s – es ist eben eine echte Live Scheibe. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass wir viel Zeit im Studio sparen konnten. Aber das wohl Verrückteste war, dass das Schiff voller Fans war und man sie immer wieder traf. Einer fragte, was wir uns denn Spezielles für diesen Auftritt ausgedacht haben. Hä? Es findet auf einem Schiff statt. „Isn’t that fucking special enough?“. Wir spielten drei Songs, die so geplant war und danach konnten die Fans wählen, welchen Song sie danach hören wollten. Auch das ist doch speziell...

MS: Dieses Jahr soll die erste geplante „Sabaton Cruise“ stattfinden.
JB: Ja, am ersten Donnerstag im Dezember. Dieses Mal ist es wirklich geplant. Und ich bin sicher, es wird wieder etwas ganz Spezielles.

MS: Anfangs Jahr habt ihr auf der Cruise „70'000 Tons Of Metal“ gespielt. Wie war die Erfahrung?
JB: Verrückt. Das Meer war viel ruhiger, ja schon beinahe langweilig ruhig. Es gab zwei Bühnen auf der die vielen Bands abwechslungsweise spielten. Die meisten Bands hatten dann auch zwei Auftritte. Es war schon speziell – ich lag in einem Sprudelpool mit einer Schönheit auf dem Schoss, ein Bier in der Hand und 20 Meter daneben spielte Gamma Ray. Man sprintete von einer Bühne zur anderen. Für Fans ist diese Veranstaltung zwar relativ teuer, aber die Erfahrung ist es sicher Wert.

Sabaton

MS: Zurück zu eurer Cruise. Woher kam die Idee eine Live CD aufzunehmen?
JB: Eigentlich hatten wir nie vor eine Live-Scheibe aufzunehmen. Wir dachten, die Zeit von Live-Scherben sei vorbei. Aber die vielen Anfragen der Fans hat uns dazu bewegt diese Sache zu machen. Als wir die Aufnahmen hörten, waren wir erstaunt. Wir klingen ja gar nicht schlecht, wie wir immer dachten. Wir merkten, dass wir tatsächlich Musik spielen konnten, wissen aber bis heute nicht, wie das so kam. Vielleicht hat sich das viele Touren und das Proben doch gelohnt. Auch als wir uns ältere Aufnahmen anhörten waren wir erstaunt.

MS: Und was passierte, als ihr wieder nüchtern wart?
JB: (Lacht) Nein, echt, wir dachten immer, wir seien eine echte „shitty“ Band und waren von uns selber positiv überrascht.

MS: Das finde ich zwar ein echtes Understatement – du machst euch selber viel schlechter. Sabaton ist doch eine gute Live Band und versteht es tolle Songs zu schreiben. Also ich weiss nicht…sonst wärt ihr ja kaum so kurzfristig für Judas Priest angefragt worden, oder?
JB: Na ja, das ist schon eine Ehre. Wir sagten auch sofort zu und freuen uns darauf. Klar, heute ist Freitag und am Dienstag findet der Gig in Deutschland statt. Das ist schon extrem kurzfristig, aber wir richten es ein. Das geht schon.

MS: Aus welchem Grund singen alle Members beim Chorgesang mit ausser der Bassist Pär?
JB: Wenn er auch noch singen würde, wäre gar keine Bewegung mehr auf der Bühne. Bei diesen Passagen steht jeder vor einem Mikrofon und Pär hat die Aufgabe auf der Bühne herum zu rennen. So ist noch etwas Bewegung in der Show.

MS: Auf dem neuen Cover ist ein moderneres Kriegsschiff abgebildet. Aus welchem Grund nicht ein altes Segelschiff?
JB: Wir befassen uns mit vergangenen Kriegen, wobei die moderneren etwas interessanter sind. Nicht dass ein Panzer etwas Tolles wäre, aber früher gab es „bloss“ Helden und Legenden. Heute spielt Taktik und Planung eine wichtige Rolle. Wir haben auch viele Texte, bei denen es um den zweiten Weltkrieg geht. Daher wohl das eher moderne Kriegsschiff auf dem Cover.

Keith
www.sabaton.net