|
Die kanadische Metal Band Anvil ist seit 1978 aktiv, erreichte aber den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere erst 2008 mit dem Dokumentarfilm „Anvil! The Story Of Anvil“. Dieses Jahr veröffentlicht das Trio mit „Juggernaut Of Justice“ ihre sechzehntes Album, das ein gewohnt solides Teil ist wenn nicht sogar ihr bisher bestes Album. Wir unterhielten uns mit Drummer und Gründungsmitglied Robb Reiner.
Metalswitzerland (MS): Zuerst mal herzliche Gratulation zum neuen Album. Der Sound klingt frisch und voller Power, genau so wie es sein soll. Anvil scheint mir wie ein guter Wein. Je älter, desto besser – wie macht ihr das? Robb Reiner (RR): Danke, dieser Vergleich gefällt mir. Scheinbar wird man mit dem alter besser (lacht). Aber wir sind nie einfach rumgehängt und haben nichts gemacht. Wir wollten mit dem neuen Album schlicht unser bestes Album aufnehmen. Mit viel Leidenschaft und von Herzen. Ich denke das ist uns gut gelungen. MS: Die Songs variieren von echtem Metal wie „Conspiracy“ über speedige Tracks wie „Running“, doomige Klänge wie in „Paranormal“ oder ganz toll der Track „Swing Thing“ der mich an eine harte Version der Dixie Dregs erinnert. Wie funktioniert das Songwriting bei euch mit so einer Vielfalt? RR: Wir haben schon immer versucht variabler Metal zu spielen. Harte Grooves und auch mal experimentieren liebten wir schon immer. Es gibt viele Aspekte die da berücksichtigt werden und mit einfliessen.
MS: Der Song „Swing Things“ – wird dieser das Intro bei Live-Auftritten bevor ihr die Bühne betretet? Das würde doch fantastisch klingen! RR: Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Eigentlich wollen wir diesen Song live spielen. Der Track ist recht jazzig und wir haben schon Jahre daran gedacht so etwas aufzunehmen. Ich bin eigentlich seit je her ein Jazz Drummer wollte schon immer mindestens einen Metal Jazz Song aufnehmen. MS: In der Vergangenheit haben viele Bands erklärt, dass ihr Sound stark durch Anvil beeinflusst wurde. Diese Bands konnten grössere Erfolge feiern als ihr. Was ist da falsch gelaufen? RR: Ich denke, wenn man sieht, dass 88 Millionen Menschen unseren Film gesehen haben und wir soeben 21 ausverkaufte Gigs in Kanada gespielt haben kann man nicht sagen, dass etwas falsch gelaufen ist. Wir haben seit dem Film, der uns viele Türen öffnete, viele neue Fans gewinnen können und das war ein guter und viel versprechender Neustart. Zudem haben wir einen Manager, der einen sehr guten Job macht und die neue CD ist fett produziert. Wir könnten im Moment nicht glücklicher sein. Es ist aber auch wichtig Spass zu haben. Unsere Musik ist für uns die beste Religion und hält jung. MS: Ihr habt langjährige Studio Erfahrungen – von Analog und Vinyl bis hin zu Digital und CD – was gefällt dir besser? RR: Beides ist gut. Möglicherweise hat die digitale Technik den Vorteil, dass man schneller zu einem Resultat kommt und man mit dieser Methode mehr Möglichkeiten hat, abergrundsätzlich finde ich beides gut. MS: Wie lange habt ihr euch denn Zeit gelassen für „Juggernaut Of Justice“? RR: Wir hatten ein Jahr Zeit und haben uns sieben oder acht Monate mit dem Songwriting beschäftigt. Im Studio waren wir zwei Monate. Dabei hat uns Produzent Bob noch gute Inputs gegeben. Das gab uns einen zusätzlichen Kick und heraus gekommen ist ein Album auf das wir stolz sind. MS: Bald werdet ihr die Reise nach Europa antreten. Was dürfen die Fans live erwarten. RR: Gute Musik des wahrscheinlich „heaviest power trio“ der Welt! Wir werden ein klassisches Set spielen und geplant ist vier neue Songs einzubauen. Also dann, nicht verpassen, wenn Anvil am Dienstag, 28. Juni, in Luzern in der Schüür ihre Songs live spielen. Keith |