| Draconian - A Rose For The Apocalypse |
Dieses Album gehört ins Feriengepäck, denn es braucht etwas Zeit, bis sich seine Wirkung entfaltetet. Bei oberflächlichem Durchhören wirkt die Scheibe schon fast durchschnittlich. Sie haut einen nicht um, es zeigen sich keine offensichtlichen Spitzen oder Abgründe. Ich war schon enttäuscht, weil kein Hit vom Format eines „Death, Come Near Me“ zu finden war. Ich war schon versucht, „A Rose For The Apocalypse“ als „Hintergrundmusik auf hohem Niveau“ abzutun. Doch nach intensiverem Hören erschloss sich mir dann die Besonderheit dieses Outputs. Es handelt sich meiner Meinung nach nicht um ein klassisches Album mit zehn Songs von denen einige besser und andere schlechter sind. Von Anfang bis Ende wird ein Bogen von durchgehender Qualität geschlagen. Es zählt das Gesamtwerk, einzelne Songs drängen nicht in den Vordergrund. Und das ist das Schöne an Draconian, dass die Band nicht versucht, um jeden Preis aufzufallen. Weder übertreibt es Anders Jacobsson mit besonders tiefen Growls, noch vergreift sich Lisa Johansson an zu hohen Stimmlagen. Nein, hier macht jeder das, was er gut kann und lässt es dabei bewenden. Gemeinsam sorgen die massiven Gitarren, die schleppende aber präzise Rhythmusfraktion sowie der wechselvolle Gesang zu melancholischen Melodien für eine dichte Atmosphäre. Genau das Richtige, wenn beim Urlaub der Gute-Laune-Faktor durch übermotivierte Animateure oder nervende Mitreisende ins Mühsame zu kippen droht. |